Was ist denn das schon wieder?

Manche Besucher der SWLCS-Internetseiten werden vielleicht etwas verwundert über manche Begriffe sein, die hier verwendet werden.

Radiowellen sind elektromagnetische Wellen. Ähnlich wie das sichtbare Licht schwingen sie mit einer bestimmten Frequenz. Radiowellen, die z. B. für Rundfunk und Fernsehen genutzt werden, haben gegenüber dem Licht aber eine sehr viel größere Wellenlänge. Je kürzer die Wellenlängen, desto weniger weit reichen die Signale. Zum Beispiel erreichen Ultrakurzwellensender sehr viel weniger Empfänger als Langwellensender.

Nun gibt es aber eine Besonderheit.. Die Erde ist von der sogenannten Ionosphäre umgeben. Diese hat die Eigenschaft, Radiosignale "zurückzusenden", sofern diese nicht zu energiereich (= zu kurzwellig) sind. Man kann sich das fast wie einen Spiegel vorstellen, wobei die Signale in Wahrheit aber nicht exakt gespiegelt sondern eher gebeugt werden.

Dies macht sich vor allem der Kurzwellen(rund)funk zu Nutze, aber auch nachts der Mittelwellenrundfunk. Kurzwellen, d. h. Radiowellen einer Frequenz von etwa 3 bis 30 MHz, werden an der Ionosphäre "gespiegelt" und gelangen dann wieder, weit entfernt vom Sender, zur Erdoberfläche. Dort könnten sie unter Umständen wieder gespiegelt und Richtung Ionosphäre geschickt werden usw. Unter günstigen Umständen kann man dadurch fast jeden Punkt auf der Erde erreichen.

Neben der Mittelwelle und der Kurzwelle kommt es aber auch auf anderen Wellenbereichen hin und wieder zu solchen Effekten. So kann man in den Sommermonaten oft im UKW-Radiobereich "ionosphärische Überreichweiten" beobachten, die durch die sogenannte sporadische E-Schicht" hervorgerufen werden. In diesen Fällen kann man mit einem normalen UKW-Radio Sender hören, die über 1000 km entfernt sind.

Bei den Frequenzen oberhalb der Kurzwelle, so ab etwa 30 MHz, spielt aber auch das Wetter bei der Wellenausbreitung eine große Rolle. Bei "Inversionswetterlagen" kommt es u. U. zu "troposphärischen Überreichweiten". Die überbrückbaren Entfernungen sind zwar nicht so groß wie bei den ionosphärischen Überreichweiten, dafür sind aber die Signale in ihrer Stärke und ihrer Dauer beständiger.

Im Bereich oberhalb 30 MHz gibt es noch viele andere interessante Ausbreitungsmöglichkeiten, die aber hier nicht weiter erläutert werden sollen.

Alle Ausbreitungs- und Überreichweitenarten der Radiowellen gelten nicht nur für den Rundfunk. Auch Fernsehen und sämtliche Funkdienste nutzen diese Bereiche. Z. B. findet man zwischen den Rundfunk und Fernsehbändern immer wieder Bereiche, in denen Hobbyfunker, vor allem Funkamateure und CB-Funker, miteinander kommunizieren. Weiterhin senden dort Küstenfunkstellen, Schiffe, Flugzeuge, Botschaften, Spionagesender, Funkbaken, Wettersender und viele viele mehr.

Die hobbymäßige Tätigkeit des (Fern)empfangs nennt man DXen, die Ausübenden sind DXer. DXen heißt nicht funken. Obwohl DXer oft auch Amateur- oder CB-Funker sind, bedeutet der Begriff lediglich, dass empfangen und nicht gesendet wird. Für DXer ist auch der Begriff SWL (= Short Wave Listener) gebräuchlich.

Viele Hörer sammeln QSL-Karten. Dies sind meist postkartengroße Empfangsbestätigungen, die die Rundfunksender oft für eingeschickte Empfangsberichte versenden. Auch Amateur- und CB-Funker, bestimmte Zeitzeichensender, Funkbaken, Point-To-Point-Stationen und andere sog. Utilitysender verschicken Empfangsbestätigungen. Einige QSL-Karten von SWLCS-Mitgliedern sind hier zu finden.

Für eine bestimmte Auswahl von bestätigten Empfängen werden von den vielen DX-Clubs Diplome ausgegeben. Natürlich sind über den SWLCS auch diverse Diplome zu bekommen. Hierzu kann man sich auf einer Extraseite informieren.


Rundfunkbänder der Kurzwelle:

120 mtr Band;  2.300 bis  2.500 kHz
 90 mtr Band;  3.200 bis  3.400 kHz
 75 mtr Band;  3.900 bis  4.000 kHz
 60 mtr Band;  4.750 bis  5.060 kHz
 49 mtr Band;  5.900 bis  6.200 kHz
 41 mtr Band;  7.100 bis  7.350 kHz
 31 mtr Band;  9.400 bis  9.900 kHz
 25 mtr Band; 11.600 bis 12.100 kHz
 22 mtr Band; 13.570 bis 13.780 kHz
 19 mtr Band; 15.100 bis 15.800 kHz
 16 mtr Band; 17.480 bis 17.900 kHz
 13 mtr Band; 21.450 bis 21.850 kHz
 11 mtr Band; 25.670 bis 26.100 kHz

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